Themen

Aktuelle Themen von Interesse für Familienunternehmen, ihr Management, Mitglieder der beratenden Berufe und die Wissenschaft. 

Corporate-Governance-Kodizes für Familienunternehmen

Ausgehend vom Cadbury-Report Anfang der neunziger Jahre in Großbritannien sind Corporate-Governance-Kodizes zu einem international beliebten Instrument der Corporate-Governance-Regulierung geworden. Mittlerweile gibt es kaum noch ein Industrieland ohne Corporate-Governance-Kodex. Typischerweise richten sich solche Kodizes an börsennotierte Gesellschaften; so zum Beispiel auch der Deutsche Corporate Governance Kodex. Im Zuge der zunehmenden Bedeutung von Corporate Governance auch für Familienunternehmen gibt es mittlerweile weltweit auch bereits eine zweistellige Zahl an Corporate-Governance-Kodizes speziell für (nicht börsennotierte) Familienunternehmen. Ein laufendes Forschungsprojekt sammelt und vergleicht diese Kodizes. Daneben beschäftigt es sich u.a. auch mit der Frage, inwieweit Corporate-Governance-Kodizes im traditionellen Sinne überhaupt für Familienunternehmen sinnvoll sein können. Schließlich sind (nicht börsennotierte) Familienunternehmen eine sehr viel heterogenere Gruppe als börsennotierte Gesellschaften, den Adressaten etablierter Kodizes.

Einbeziehung von Fremdmanagern in die Unternehmensführung von Familienunternehmen

Zahlreiche Familienunternehmen setzen temporär oder dauerhaft Fremdmanager ein, also Personen, die nicht zur Familie gehören. Neben der Gewinnung solcher Personen steht auch deren Incentivierung und Vergütung im Vordergrund der Überlegungen. Insbesondere dann, wenn Manager durch Unternehmensbeteiligungen am Risiko und am Erfolg der unternehmerischen Tätigkeit beteiligt werden, stellt sich die Frage, wie die Begründung, aber auch das Ende der Gesellschafterstellung von Managern realisiert werden können. Neben dem offensichtlichen Principal-Agent-Problem sind zahlreiche rechtliche wie steuerliche Aspekte unterschiedlichster Ausgestaltungen zu untersuchen; hier stehen Familienunternehmen vor der Aufgabe, unter Berücksichtigung eigener Interessen, aber auch unter Wahrung der Interessen des Managements optimale Lösungen zu finden. Das Forschungsthema ist besonders wichtig für das Institut, weil es seine Fähigkeit zu interdisziplinärem Arbeiten in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften sowie Volkswirtschaftslehre dokumentieren wird.

Finanzierung von Familienunternehmen I/II

Kapitalmarktfähigkeit und -präsenz von Familienunternehmen 

 

Familienunternehmen bemühen sich verstärkt um Alternativen zur Finanzierung durch Bankkredite oder Eigenkapital bereits bestehender Familiengesellschafter. Deshalb sind offene Kapitalmärkte zunehmend ins Blickfeld von Familienunternehmen gerückt. Dieses Themenfeld beschäftigt sich mit Fragen bei der Kapitalmarktfinanzierung von Familienunternehmen. Dazu gehören finanzwirtschaftliche Überlegungen z.B. zur Emission von Anleihen, zur Durchführung von Kapitalerhöhungen an Börsensegmenten oder zur Gewinnung von Private-Equity-Investoren. Ebenso finden solche rechtlichen Fragestellungen hier ihren Platz, die bei einer Kapitalmarktpräsenz entstehen, wie Offenlegungspflichten oder haftungsrechtliche Fragen. Das Themenfeld Kapitalmarktfähigkeit und -präsenz von Familienunternehmen ist ein Ausschnitt des übergeordneten Themenfelds Finanzierung bei Familienunternehmen, wobei hier insbesondere auf die Außenfinanzierung von Familienunternehmen eingegangen wird.

 

 

Finanzierung von Familienunternehmen II/II

Möglichkeit der Emission von börsennotierten „Mittelstandsanleihen“ zur Finanzierung von Familienunternehmen

 

Familienunternehmen verfügen zumeist über eine solide Eigenkapitalquote und langjährige Verbindungen zu einer oder mehreren „Hausbanken“ zur Sicherung des Fremdkapitals. Nicht zuletzt durch Finanzmarktkrisen in der Vergangenheit sowie durch erhöhte Eigenkapitalanforderungen bei den Banken selbst, erscheint es vielen Familienunternehmen nicht mehr sinnvoll, ausschließlich auf die genannten Finanzierungsquellen zurückzugreifen. Vielmehr besteht auch für bestimmte wirtschaftliche Situationen, wie z. B. einer Wachstumsfinanzierung, die Notwendigkeit, die Kapitalmärkte in Anspruch zu nehmen. Während in der Vergangenheit hohe regulatorische Hürden und sehr hohe Kosten die Familienunternehmen vom Gang an die Börsen abgehalten haben, bieten die Börsen in Hamburg und Stuttgart nun mit den neuen Märkten für „Mittelstandsanleihen“ eine neue Möglichkeit an. Im Rahmen des Forschungsprojektes soll anhand der jüngsten Emissionen untersucht werden, welche Voraussetzungen seitens des Unternehmens erfüllt sein müssen, damit eine Platzierung der Anleihe erfolgreich ist. Außerdem soll analysiert werden, welches Maß an Transparenz Familienunternehmen in Kauf zu nehmen bereit sein müssen, damit eine Emission erfolgreich ist.

Unternehmens- und Unternehmerbesteuerung

Die besondere Verbindung von Familie, Vermögen und Geschäftsführung oder Kontrolle in Unternehmen zeichnet Familienunternehmen aus. Sie führt auch zu Besonderheiten bei der steuerrechtlichen Behandlung von Aktivitäten zwischen Familie als Gesellschafter und/oder Mitarbeiter von Unternehmen, die sich zum Teil von denen bei Unternehmen mit anderer Gesellschafterstruktur unterscheiden. Mit Fragen, die aus diesen Spannungsfeldern entstehen, beschäftigt sich dieses Themenfeld.

 

 

 

Unternehmensrechnung und Controlling von Familienunternehmen

In der Vergangenheit war häufig ein noch verbesserungsfähiges Controlling in Familienunternehmen zu beobachten. Durch die zunehmenden Anforderungen an die Compliance und die Auswirkungen fortschreitender Internationalisierung und kürzer werdender Produktlebenszyklen scheint die Bedeutung dieser Unternehmensfunktion dramatisch angestiegen zu sein. Dies soll empirisch untermauert werden und im Rahmen von Seminaren mit den interessierten Familienunternehmen diskutiert werden.

 

 

Familienverfassung und Unternehmensfortführung

Zahlreiche Familienunternehmen stehen derzeit in Hamburg, aber auch generell in Deutschland vor der Frage: Wie geht es mit dem Unternehmen weiter, wenn der derzeitige Eigentümer zumeist aus Altersgründen aus dem Unternehmen ausscheidet? Wenngleich in den allermeisten Fällen der Erhalt des Unternehmens in der Familie angestrebt wird, erscheint es sinnvoll und notwendig zu sein, sich über einen alternativen Verkauf des Unternehmens ebenso Gedanken zu machen. Um abzuwägen, welche von mehreren möglichen Optionen diejenige ist, die schlussendlich umgesetzt werden soll, sind eine Vielzahl betriebswirtschaftlicher, rechtlicher wie steuerlicher Fragen auf Unternehmens- und Unternehmerebene zu klären. Die Familienverfassung ist ein Instrument, um die Strukturen von Unternehmen und Familie zu ordnen und klarzustellen. Gerade bei Führungswechseln kann sie von Nutzen sein.

 

 

 

Human Resources, Personalentwicklung und Personalorganisation in Familienunternehmen

Die Gewinnung von Mitarbeitern, deren Motivation, aber auch deren zielgerichteter Einsatz innerhalb des Unternehmens sind Themenbereiche dieses Forschungsgebietes.

Auschlaggebend für eine erfolgreiche Personalpolitik ist die jeweilige Kultur eines Unternehmens. Gerade Familienunternehmen zeichnen sich durch eine ganz eigene Kultur aus. Die Gesamtheit aus Werten, Regeln und Verhaltensmustern bildet eine Art Persönlichkeitsprofil des Unternehmens. Die Kultur beeinflusst den Umgang miteinander sowie die Art und Weise, wie das Unternehmen am Markt auftritt. Insbesondere versteckte Regeln und das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Werte können zu Konflikten im Unternehmen führen und die notwendigen Anpassungen an geänderte Marktbedingungen erschweren.

Nachhaltige Unternehmensführung

„Nachhaltige Unternehmensführung“ beschreibt ein weites Themenfeld, in das viele verschiedene Aspekte fallen. Ein Kernbereich von Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Familienunternehmen ist das typische Ziel in Familienunternehmen, dass das Unternehmen langfristig als eigenständiges Unternehmen in Familienhand bestehen bleiben soll. In diesen Bereich fallen Themen wie die Sicherstellung der finanziellen Unabhängigkeit und der Innovationskraft, letztlich alle Aspekte langfristig erfolgreicher Unternehmensführung. Ein zweiter Kernbereich ist das, was heute als Corporate Responsibility oder Stakeholder-Beziehungen bezeichnet wird. Hierzu zählen Verantwortung für Umwelt, Mitarbeiter, Region, Kunden, Lieferanten und weitere Stakeholder sowie ehrbare Unternehmensführung. Nach der Finanzkrise sind diese Themen besonders für börsennotierte Gesellschaften in den Vordergrund gerückt, weil die öffentliche Wahrnehmung dort Defizite vermutet. Demgegenüber gelten Familienunternehmen, nicht zuletzt wegen der Stabilität bei den Eigentümern, als Hort der Beständigkeit, Langfristorientierung und des verantwortungsbewussten Handelns. Dennoch sind die Entwicklungen in den Bereichen Corporate Responsibility und Stakeholder-Beziehungen auch für Familienunternehmen relevant.

 

 

 

Markenbildung und Unternehmenskommunikation in Familienunternehmen

In der öffentlichen Wahrnehmung erscheinen Familienunternehmen stets als Hort der Verlässlichkeit, Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Insbesondere wird auf den persönlichen Bezug zur Unternehmerfamilie durch die Nutzung des Familiennamens als Marke und auf die lange Geschichte des Unternehmens hingewiesen. Ist das sinnvoll, oder ist auch eine Mehrmarkenstrategie denkbar und sinnvoll? Wie können andere Unternehmensziele innerhalb wie außerhalb des Unternehmens kommuniziert werden, und wer ist Träger der Kommunikation: die Familienunternehmer selbst oder halten diese sich im Hintergrund? Diese und andere Fragen sollen zusammen mit externen Experten diskutiert und untersucht werden.