Aktuelle Forschung

Datenbankprojekt zu Hamburger Familienunternehmen

Informationen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind entscheidungsrelevant für eine Vielzahl von strategischen Fragen in Unternehmen. Doch vor allem hinsichtlich der Leistungsfähigkeit von Familienunternehmen – im Vergleich zu anderen Unternehmensformen, aber auch gegenüber weiteren familiengeführten Betrieben – liegen kaum empirische Daten vor.
Das HIF hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Mangel an verlässlichen Daten Abhilfe zu schaffen. Der "Benchmark Familienunternehmen“ bildet zahlreiche Performancekennzahlen aus der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Unternehmen aus der Hamburger Metropolregion ab und ermöglicht es dem Unternehmensmanagement, den "Benchmark Familienunternehmen“ als Tool zur Einordnung der eigenen Leistungsstärke zu nutzen. Jährliche Studien zum Status Quo sowie zur Entwicklung der einzelnen Kennzahlen werden ebenso vom HIF zur Verfügung gestellt wie unterjährige Analysen zu Spezialthemen.

 

 

 

Corporate Governance in Familienunternehmen

Seit Mitte der neunziger Jahre nimmt das Thema Corporate Governance einen hohen Stellenwert in Öffentlichkeit, Regulierung und Wissenschaft ein. Dabei konzentriert sich das Interesse hauptsächlich auf börsennotierte Gesellschaften. Aber mittlerweile gewinnt die Auffassung immer mehr Anhänger, dass Corporate Governance auch für (nicht börsennotierte) Familienunternehmen wichtig ist. Allerdings können die Best-Practice-Empfehlungen im Bereich Corporate Governance von Regulierern und Praktikern und die empirischen Ergebnisse der Wissenschaft nicht ohne weiteres auf die typischerweise nicht börsennotierten Familienunternehmen übertragen werden. Denn Familienunternehmen unterscheiden sich von (anderen) börsennotierten Gesellschaften in ganz wesentlichen Aspekten. Gegenstand dieses Themenfeldes ist die Beobachtung und weitergehende Analyse der bisher veröffentlichten Erkenntnisse aus der Perspektive von Familienunternehmen und deren empirische und inhaltliche Weiterentwicklung für Familienunternehmen. Auch sollen die Ergebnisse dazu geeignet sein, Politik und Gesetzgeber, aber auch Standardsettern wie dem IDW Empfehlungen für zukünftige Regulierungen zu geben.

 

 

 

Ermittlung des Anpassungsbedarfs des deutschen Unternehmens- steuerrechts im Hinblick auf Familienunternehmen

Die besondere Verbindung von Familie, Vermögen und Geschäftsführung oder Kontrolle in Unternehmen zeichnet Familienunternehmen aus. Sie führt auch zu Besonderheiten bei der steuerrechtlichen Behandlung von Aktivitäten zwischen Familie als Gesellschafter und/oder Mitarbeiter von Unternehmen, die sich zum Teil von denen bei Unternehmen mit anderer Gesellschafterstruktur unterscheiden. Untersucht werden soll, ob die Besonderheit der Familienunternehmen Abweichungen von allgemeinen Besteuerungsgrundsätze rechtfertigt und in welche Richtung diese gehen können. Hierbei spielt auch die Frage eine Rolle, ob das derzeit gegebene Steuerrecht typische Unternehmensziele wie Nachhaltigkeit, Innovationskraft und finanzielle Unabhängigkeit von Dritten erschwert oder begünstigt. Es soll im Rahmen des Forschungsvorhabens auch geprüft werden, wie bestehende steuerliche Regelungen, wie z. B. § 35 EStG (Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer) von Unternehmen genutzt werden, welche praktischen Anwendungs- und Vollzugsprobleme es bei dieser Vorschrift gibt, und ob der vom Gesetzgeber gewünschte Effekt tatsächlich erreicht wird.

Hier finden Sie eine Präsentation zum aktuellen Stand der Erbschaftssteuerdebatte: "Erbschaftsteuer: Aktuelle Situation und vermutete Reaktion auf BVerfG-Entscheidung".

 

» Kontakt Professor Strunk

Abgeschlossenes Promotionsprojekt: Corporate Governance in Familienunternehmen – Analyse des Zusammenhangs von Unternehmenserfolg und dem Wechsel der Geschäftsführung

Im Rahmen seines Promotionsprojektes beschäftigte sich Fabian Bähr mit dem Themenbereich der Corporate Governance in Familienunternehmen. In seiner Untersuchung mit dem Arbeitstitel „Corporate Governance in Familienunternehmen – eine Analyse des Zusammenhangs von Unternehmenserfolg und dem Wechsel der Geschäftsführung“ wird das Ausscheiden von Mitgliedern der Geschäftsführung in Abhängigkeit der Erfolgslage des jeweiligen Unternehmens und die Wirkung der Neubesetzung der Geschäftsführung auf den Unternehmenserfolg im Kontext konkreter Corporate Governance-Instrumente analysiert. Die Herausarbeitung der wesentlichen Charakteristika von Familienunternehmen sollten hierbei helfen, den Einfluss familienunternehmensspezifischer Variablen auf den Wechsel der Geschäftsführung und den Erfolg in Familienunternehmen zu beurteilen. Neben eben diesen Charakteristika von Familienunternehmen stehen spezifische Governance-Merkmale von Familienunternehmen, wie die Einrichtung und Zusammensetzung eines Beirats als Aufsichtsorgan, im Fokus der Analyse der beschriebenen Zusammenhänge. Die Überprüfung der theoretischen Überlegungen durch die Heranziehung eines umfassenden Datensatzes für nicht börsennotierte Familienunternehmen sollte zudem zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen, inwieweit bisherige Forschungsergebnisse zu börsennotierten Unternehmen, nicht aber zu Familienunternehmen, stellvertretend für die Mehrheit der mittelständisch geprägten Unternehmen sind.

Abgeschlossenes Promotionsprojekt: Besonderheiten im Kooperationsverhalten von Familienunternehmen und Auswirkungen auf die Performance

Unter dem Arbeitstitel „Kooperationsverhalten von Familienunternehmen: Besonderheiten im Vergleich zu nicht-familiengeführten Unternehmen und Auswirkungen auf die Unternehmensperformance“ beschäftigte sich Henrik Harms in seinem Promotionsvorhaben mit der Bedeutung von Kooperationen für Familienunternehmen im Allgemeinen und jenen der Hamburger Metropolregion im Speziellen. Es sollte folglich die möglichen Auswirkungen eines effektiven Kooperationsverhaltens sowie die sich für Familienunternehmen aus deren besonderen Charakteristika ergebenden Vorzüge und Nachteile abgebildet und bewertet werden. Dabei standen Familienunternehmen prägende Eigenschaften, wie deren stärkere Ausrichtung auf nicht-ökonomische Zielgrößen, die geringere Neigung zu opportunistischem Verhalten oder die häufig zu beobachtende Verquickung von Familien- und Unternehmensangelegenheiten, ebenso im Fokus der Analyse wie die Besonderheiten von Familienunternehmen hinsichtlich ihrer Personalpolitik, ihrer Finanzierungsmöglichkeiten und des Zugangs zu für Innovationen benötigten Informationen. Denn all diese Faktoren prägen das Kooperationsverhalten maßgeblich und haben letztlich auch einen Einfluss auf die wirtschaftliche Performance von Familienunternehmen.